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In jedem Haushalt schlummern rund 1000 Euro an Gebrauchtwaren
Die Zeit der Wegwerfgesellschaft ist seit der Krise vorbei. Die Auktionskultur hat seit dem Hochkonjunktur. Gewinner ist dabei indirekt die Umwelt, da sich einerseits die Lebensdauer der Produkte verlängert und andererseits weniger neue Güter gekauft wurden. Zu diesem Ergebnis kommt die heute, Mittwoch, vorgestellte Studie "Wiederverkaufskultur im Internet". Die Forschungsarbeiten wurden vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Borderstep Institut durchgeführt.
Der Online-Marktplatz ebay war aktiv eingebunden, dadurch konnten unabhängige Wissenschaftler erstmals 6.700 ebay-Nutzer online befragen. Demnach hätten beispielsweise rund 40 Prozent der Befragten ohne ebay Kinderkleidung neu statt gebraucht erworben. Bei Notebooks und Sofas wären es rund 25 Prozent. Ein kleiner Teil von knapp über 14 Prozent hätte sich ohne die Online-Auktionsplattform die Produkte gar nicht leisten können.
Gebrauchthandel ist umweltentlastend
"Alle diese durch den Wiederverkauf im Internet wegfallenden Neukäufe entlasten jedoch nicht automatisch die Umwelt", betont Siegfried Behrendt, Koordinator des Forschungsprojekts. Für strom- und wasserverbrauchende Produkte spiele das Alter der Geräte und damit die Effizienz der Geräte eine große Rolle, ob sich ein Gebrauchtkauf ökologisch lohnt. Das wäre bei gut 20 Prozent der auf ebay gehandelten Produkte zu bedenken.
Insgesamt zeige die Studie, dass der Gebrauchthandel mit Gütern umweltentlastend ist. Potenzial ist da. "In deutschen Haushalten werden nicht mehr benötigte Produkte mit einem durchschnittlichen Wert von 1000 Euro aufbewahrt", weiß Stephan Zoll Geschäftsführer von ebay Deutschland. "Hochgerechnet sind das über 40 Milliarden Euro." So liegen laut den Forschungsergebnissen zwölf Millionen Handys in Deutschland ungenutzt in Schubladen herum, 3,7 Millionen PCs werden nicht mehr angeschaltet - insgesamt hat jeder Haushalt 16 Produkte, die noch funktionieren und gut erhalten sind, aber ausgemustert worden sind.
Genuss auf Zeit
Eine große Mehrheit der Befragten, 86 Prozent, kann sich vorstellen, in Zukunft häufiger gebrauchte Produkte zu verkaufen. Es bildet sich sogar eine Gruppe heraus, die Gebrauchtes kauft und es besonders pfleglich behandelt, um es später wieder zu verkaufen. "Genuss auf Zeit", nennen die Wissenschaftler dieses Verhalten der so genannten Prosumer.
Um dieses Potential zu heben, setzt ebay vor allem auf Einfachheit: "Verkäufer können ein Kurzformular und für Mobilgeräte Apps nutzen, mit denen sich Produkte in zwei Minuten einstellen lassen. Vor allem bei privaten Verkäufern geben wir auch monetäre Anreize wie Null Euro Einstellgebühren", so Zoll gegenüber pressetext. Aus der Befragung wurde ebenfalls deutlich, dass es unter ebay-Nutzern zu Veränderungen im Konsumverhalten gekommen ist. Es werden lieber höherwertige gebrauchte Produkte statt Billigwaren gekauft und Gebrauchtes wird lieber verschenkt als es wegzuwerfen. (pte)
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