Milicenso: Trojaner lässt Drucker heißlaufen

Vangelis

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Nebeneffekt der Infektion erzeugt Papierflut in Büros
Ein Trojaner namens "Milicenso" hat zu einer regelrechten Papierflut in Büros rund um die Welt geführt. Der seit 2010 bekannte Schädling verursacht als Nebenwirkung des Befalls eine endlose Auftragsschlange an angeschlossene Drucker, die seitenweise wirre Inhalte zu Papier bringen. Die Sicherheitsfirma Symantec Endpoint, Cloud, Mobile & Virtual Security Solutions | Symantec hat herausgefunden, was es mit der neuesten Angiffswelle auf sich hat.

Malware seit 2010 bekannt

Obwohl Milicenso bereits seit zwei Jahren bekannt ist, taucht er seitdem in verschiedenen Variationen immer wieder auf. Grund dafür ist, dass es sich laut Symantec um ein "käufliches Vehikel" handelt. Die Codebasis der Schadsoftware wird in den Tauschbörsen der Cyberkriminellen als digitaler Bausatz angeboten.

Die Käufer können die Schadsoftware selbst nach ihren Bedürfnissen anpassen. Das Wiederverwerten bereits bekannter Exploits ist Gang und Gäbe, wenn es um die Abschöpfung von Geld aus einer großen Zielgruppe an Opfern geht (pressetext berichtete: Cyberwar: Intelligente Waffen außer Kontrolle ).

Schädling schleust Werbung ein

Milicenso dient als Transportmittel für andere Schädlinge und verbreitet sich über E-Mail-Attachements, kompromittierte Webseiten oder indem es sich als nützliche und bekannte Software tarnt (pressetext berichtete: Software-Fälschungen im Internet boomen ). In seiner letzten Ausprägung diente der Trojaner zur Verbreitung der französischsprachigen Adware "Eorezo". Einmal eingerichtet, leitet Milicenso den Web-Traffic des Computers um, um etwa Werbeanzeigen in aufgerufene Seiten einzuschleusen und den Hintermännern Einnahmen zu bescheren. Besonders betroffen sind aktuell die USA, England, Indien, Brasilien, Peru sowie die EM-Gastgeber Polen und die Ukraine.

Die Infektion führt zur Einschleusung eines Dropper-Tools, das eine stark verschlüsselte DLL-Datei erstellt und sich selbst anschließend löscht. In dieser ist ein eindeutiger Schlüssel abgespeichert, der zur Identifikation des befallenen Systems dient. Der Schädling verfügt auch über Mechanismen zur Erkennung, ob er in einer virtuellen Maschine ausgeführt wird. Ist dies der Fall, so führt Milicenso bestimmte Aktionen aus, die ihn vor Erkennung schützen sollen, indem neugierige Spürnasen mit der mitgelieferten Adware abgelenkt werden.

Endlose Druckaufträge

Der Trojaner erstellt aus allen Dateien, die sich in seinem Verzeichnis befinden, Printjobs. Diese sind die Ursache für den massenhaften Ausdruck wirrer Zeichenfolgen, die weltweit gemeldet wurden. Warum die Malware dieses Verhalten an den Tag legt, bleibt rätselhaft. Bei Symantec geht man davon aus, dass dies kein von den Programmierern gewolltes Verhalten ist.

Verschiedene Hersteller von Antivirenprogrammen haben ihre Signaturen mittlerweile um die neueste Variante von Milicenso erweitert.

(quelle)
 
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