Oscars sind Segen für Film-Piraten

Vangelis

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Kopien aktueller Streifen für Juroren finden jährlich Weg ins Netz

Im Februar werden die diesjährigen Oscars verliehen. Über die Preisträger stimmen die rund 6.000 Mitglieder der Academy ab. Deshalb erhalten sie manchmal Vorab-Kopien von aktuellen Blockbustern auf DVD oder in digitaler Form. Das führt dazu, dass jeder Jahreswechsel ein Fest für Film-Piraterie-Portale ist. Die Filme, die zu dieser Zeit ins Kino kommen, müssen den Juroren als Probe-Versionen zugeschickt werden, da die offizielle DVD-Version nicht rechtzeitig zur Entscheidungsfindung erscheint und Kinobesuche offenbar nicht zumutbar sind.

Gute Qualität

Die Qualität illegaler Kopien aktueller Kinofilme ist im Normalfall grauenvoll. Die Kopien für die Academy sind aber ein Augenschmaus. Derzeit sind beispielsweise die Juroren-Kopien von "Der Hobbit" und "Django Unchained" der Renner im Netz. Django wurde in den ersten zwei Tagen nach Auftauchen der Osar-Vorab-Version 500.000 Mal heruntergeladen, der Hobbit wurde sogar schon über zwei Mio. Mal gesaugt. Auch andere aktuelle Kinofilme, die derzeit von den Oscar-Jury-Mitgliedern bewertet werden, haben ihren Weg ins Netz bereits gefunden.

Für die Filmindustrie stellt das ein Problem dar. Praktisch alle qualitativ hochwertigen Kopien aktueller Kinofilme werden von Insidern verbreitet, besteht die Academy doch praktisch zur Gänze aus Personen, die in der Filmbranche tätig sind oder zumindest waren. Die ersten Verteiler solcher Dateien sind also zumeist Menschen aus der Branche. Über Bittorrent-Portale und andere Filesharing-Systeme verbreiten sich die Filme dann als sogenannte DVD-Screener rasant im Netz. Sicherheitsmaßnahmen wie das Versehen der Test-Versionen mit personalisierten Wasserzeichen, waren bislang erfolglos.

Beweis für Nachfrage

Jedes Jahr um diese Zeit wiederholt sich der Prozess aufs Neue. Die Filmindustrie beklagt sich daraufhin, dass Piraterie ihr Geschäftsmodell bedroht, dabei liegen die undichten Stellen oft in den eigenen Reihen. Dabei übersehen die Studios, dass der riesige Erfolg solcher qualitativ akzeptabler Kopien ihrer Werke einen Ausweg aus der Piraterieproblematik zeigen kann. Allerdings würde die gleichzeitige Veröffentlichung als Kino- und hochwertige Downloadversion die bestehende Vertriebskette gehörig durcheinanderwirbeln. Darunter würden Kinos und DVD-Vertrieb leiden.

(Quelle)
 
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